Nach den grandiosen Erfolgen bei den Finals und den Aufstiegsmeisterschaften waren die Träume und Erwartungen bei den Deutschen Meisterschaften in unserem Jubiläumsjahr natürlich gewaltig. Alle Teams der KSVH gehörten zum engeren Favoritenkreis und wollten alles geben, uns unsere 100-Jahr-Feier im September mit Titeln zu versüßen. Leider gestaltete sich die Anreise diesmal äußerst hindernisreich: Eine durch einen ungewöhnlichen Zwischenfall zerstörte Heckscheibe und zahlreiche langwierige Staus zehrten ein wenig an den Nerven. Letztendlich kamen aber alle rechtzeitig und gesund an und konnten sich dann auf das wesentliche, nämlich den Polosport, konzentrieren.
Tag 1
Am Eröffnungstag (Donnerstag) mussten lediglich unsere U14 und U16 aufs Wasser. Die Schüler machten in ihren drei Partien gleich mal klar, was sie hier vorhatten: Drei deutliche Siege gegen Liblar, Schleißheim und Hannover ließen keine Zweifel daran aufkommen, dass das Team oben mitspielen würde. Nicht ganz so rund lief es bei der Jugend: Nach einem Kantersieg gegen bedauernswerte Kieler ging es beim 5:2 gegen Wuppertal schon wesentlich knapper zu. Wie eng es hier zugehen würde wurde dann in Spiel drei klar. Gegen das starke Team aus Warfleth verloren wir nach einer umkämpften Partie mit 2:3. Im letzten Spiel des Tages ging es gegen Liblar dann darum, sich mit einem Sieg eine gute Ausgangsposition für das Viertelfinale zu sichern. Das schwer erkämpfte 6:4 sorgte dafür, dass Platz zwei in der Gruppe so gut wie sicher war.
Tag2
Unsere U14 knüpfte am Freitag nahtlos an die Leistungen vom Vortag an. Zwei weitere deutliche Sieg bedeuteten Platz eins bei einem Torverhältnis von 49:4 (!). Mit einem klaren 9:1 gegen Dresden sicherte sich unsere Jugend Platz zwei und den Einzug ins Viertelfinale. Dort konnte die Mühle mit 5:0 bezwungen werden. Somit sicherte sich das Team den Halbfinaleinzug und einen spielfreien Sonnabend.
Auch die „Großen“ durften heute ins Geschehen eingreifen. Dies gelang der U21 recht eindrucksvoll. Nach zwei Erfolgen gegen Dresden und die Wanderfalken folgte dann der erste Härtetest gegen Liblar. In einem extrem spannenden Spiel konnte unser Team in der letzten Minute den entscheidenden Treffer zum 4:3 setzen und sich den Gruppensieg sichern.
Die erste Partie der Herren verlief spannender als es die meisten erwartet hätten. Lange Zeit lag das Team mit nur einem Tor vorne und die Entscheidung fiel dann erst kurz vor Schluss in Überzahl. Spiel zwei war da schon eindeutiger, mit einem klaren 5:0 wurde das Halbfinale gebucht.
Tag 3
Zum ersten Mal wurde es auch für die U14 knapp. Im Gefühl des sicheren Sieges hätte das Team beinahe noch einen Drei-Tore-Vorsprung aus der Hand gegeben. Vielleicht ein Weckruf zur rechten Zeit, das zweite Spiel gegen den KCNW verlief dann schon wieder deutlicher und das Team konnte den Einzug ins Halbfinale bejubeln. Die U21 legte in ihrem Viertelfinale gegen die Mühle los wie die Feuerwehr und lag kurz vor der Pause klar mit drei Toren vorne. Hatten alle auch so erwartet, schließlich spielte hier ein Gruppensieger gegen einen -letzten. Dass das aber gar nichts heißen muss, zeigten die Essener dann eindrucksvoll. Zwei Treffer und schon war das Match wieder offen. Erst in der letzten Minute fiel das erlösende 5:3 und ein weiterer Halbfinaleinzug stand fest.
In ihrem Halbfinale bekamen es unsere Herren zum vierten Mal in Folge mit den Wanderfalken aus Essen zu tun. Vor wenigen Wochen hatten unsere Jungs den Gegner noch bei den Finals mit 8:2 überrollt. Allerdings hatte das Team der Essener hier mit dem in Hannover nicht mehr allzu viel gemeinsam. Die Falken hatten in Form von Spielern aus Frankreich, Italien und England gehörig aufgerüstet und traten dementsprechend stark auf. Das erste Spiel gewannen sie mit 3:1 und auch im zweiten gingen sie umgehend in Führung. Das sollte es dann in dieser Partie auch gewesen sein. Unsere Jungs packten eine ordentliche Schippe drauf und erzwangen dank eines 4:1 ein Entscheidungsspiel. In einem engen Match konnten sich die Essener knapp mit 2:1 zum Sieger küren und sich so zum ersten Mal gegen uns im Halbfinale durchsetzen. Am Ende konnten sie sich sogar zum ersten Mal seit 19 Jahren die Meisterkrone aufsetzen. Ich bin aber schon jetzt auf die Performance der Wanderfalken
bei der Champions-League gespannt, wenn die „Importe“ mutmaßlich für ihre Stammvereine antreten werden. Hier in Essen haben diese 27 von 30 Toren erzielt und ich bin doch einigermaßen skeptisch, ob ihr Fehlen dann kompensiert werden kann. Wie dem auch sei, wir gratulieren zum Titel und drücken natürlich auch für Mailand die Daumen für Platz zwei😉
Den Auftakt am Finaltag machten ganz ungewohnt unsere Herren. Gegen Den KCNW schossen sie sich so mal richtig den Frust vom Vortag von der Seele und verzeichneten ein klares 5:0. Das wollten unsere Freunde von Nordwest allerdings nicht auf sich sitzen lassen und gingen in der zweiten Partie mit 2:0 in Führung. Unsere Jungs wollten aber auch in diesem Jahr wieder unbedingt auf das Podest und siegten nach einer Energieleistung noch mit 3:2 nach Verlängerung. Damit haben sie jetzt siebenmal in Folge auf dem Treppchen gestanden, was für eine Konstanz!

Direkt im Anschluss ging es für unsere U16 gegen den KCNW um einen Platz im Endspiel. Bis kurz vor Spielende stand es 3:2 für Nordwest und wir konnten noch hoffen. Leider netzte der Gegner in der Schlussminute ein weiteres Mal und kegelte unsere Jugend raus. Somit mussten wir mit dem „kleinen“ Finale vorlieb nehmen, in dem erneut die Warflether, die uns die einzige Niederlage in der Vorrunde zugefügt hatten, auf uns warteten. Gemäß unserem alten Motto „das letzte Spiel verliert man nicht“ gingen unsere Jungs äußerst konzentriert zu Werke und konnten sich mit einem klaren 5:1 einen Platz auf dem Stockerl sichern. Eine ganz starke Leistung, vor der wir unseren Hut ziehen. Deutscher Meister in dieser Klasse wurde übrigens die VMW, womit das Podium durchweg von Vereinen aus Berlin besetzt wurde.

Im parallel ausgetragenen Halbfinale der U21 wollten unsere Jungs endlich mal wieder ins Finale einziehen. Gegner waren die Liblarer, die man beim D-Cup und hier in der Vorrunde zuletzt dreimal besiegen konnte. Ausgerechnet jetzt konnte Liblar allerdings den Spieß umdrehen und sich mit
einem letztlich ungefährdeten 6:3 durchsetzen. Wie die Herren bekamen es auch unsere Junioren im Spiel um die Bronzemedaille mit dem KCNW zu tun und konnten sich ebenfalls durchsetzen. In einer engen Konkurrenz ist auch dieser dritte Platz eine starke Leistung zu der wir recht herzlich
gratulieren. Deutscher Meister wurde übrigens in dieser Klasse unser Halbfinalgegner aus Liblar.

Die U14 hat ihren tollen Lauf am letzten Tag fortgesetzt und das Turnier mit einem kompletten Durchmarsch und dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft gekrönt. Im Halbfinale gegen Dresden lag das Team zur Halbzeit schon mit 6:0 vorne und am Ende stand ein sagenhaftes 12:2 auf der Anzeigentafel. Der Gegner im Finale waren die Piraten aus Bergheim, das Team, das unseren Schülern beim D-Cup in der Vorrunde die bisher einzige Niederlage der Saison beibringen konnte. Vorsicht war also geboten. Aber auch im großen Finale ließ die Mannschaft nichts anbrennen: Von Anfang an stand der Fuß auf dem Gaspedal und mit einem souveränen 5:1 konnte die U14 eine mehr als verdiente Meisterschaft feiern. Im Anschluss konnte sich die gesamte Havelbrüder-Familie daran erfreuen, das Trainergespann endlich mal wieder im Baldeneysee plantschen zu sehen, immer wieder ein absolutes Highlight!
Unsere „fremdgehenden“ Damen haben mit dem KCNW am Ende den sechsten Platz belegt.Nach einer ungemein spannenden und etwas unglücklich verlorenen Serie gegen Coburg und zwei klaren Erfolgen gegen Hamburg war das starke Team der Mühle im Spiel um Platz 5 dann leider eine Nummer zu groß.
Auch wenn wir, wie eingangs erwähnt, insgeheim von mehr geträumt haben, war es einmal mehr eine sehr erfolgreiche Deutsche Meisterschaft für die Havelbrüder. Vier Mannschaften am Start, alle in den Medaillenrängen und mehr Podestplätze als jeder andere Verein! Ich finde, dass man damit mehr
als nur zufrieden sein kann. Ich bin auch guter Dinge, dass dies im nächsten Jahr wieder der Fall sein kann: Herren und U21 bleiben nahezu komplett so erhalten, wobei die U21 auch noch reichlich Nachschub aus der diesjährigen Jugend erhalten wird. Unsere Schüler werden als Jugend vielleicht nicht
ganz oben mitspielen können, eine gute Rolle ist ihnen aber auf jeden Fall zuzutrauen und so ein klein wenig schielen wir schon auf das Podest. Und unser Nachwuchs aus der U12 hat in diesem Jahr schon angedeutet, dass auch in der Schülerklasse mit ihm zu rechnen sein dürfte. Bis dahin fließt aber
noch reichlich Wasser die Spree runter, jetzt feiern wir erstmal tüchtig unsere diesjährigen Erfolge und unser Jubiläum!!!
Zum Abschluss der obligatorische Dank an alle mitgereisten Eltern, Fans und Unterstützer: Wie immer habt ihr dafür gesorgt, dass unser „Dorf“ hervorragend organisiert war, es immer genug zu Essen und zu trinken sowie sauberes Geschirr und Besteck für alle gab. Ihr ward unser „5. Team auf dem Treppchen“!
Cheesee